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Was ist eigentlich Bosseln?

Wer meint hier wird eine Kugel die Landstraße entlang geworfen, der irrt! Auch wird hier kein Schnaps im Bollerwagen spazieren gefahren!  Bosseln ist ein Hallensport und quasi Eisstockschießen auf dem Trockenen. Kommt alles aus dem Versehrten- und Behindertensport. Macht aber auch Menschen ohne Handicap viel Spaß.

Für alle Interessierten die mehr über diesen
Sport wissen möchten:

Seit 1956 gibt es das Bosselspiel. Es hat sei Jahrzehnten einen festen Platz im Angebot von Behinderten-sportvereinen. Bossel ist ein Begriff aus dem Altdeutschen, der sowohl "werfen, stoßen, schießen, kegeln" bedeutet. Die Bosseln werden mit Kraft, Geschicklichkeit und Überlegung möglichst präzise in ein Zielfeld, in dessen Mitte eine "Daube" ( der rote Klotz im Zielfeld )  platziert ist,  geworfen - ähnlich dem Eisstockschießen, aus dem das Bosselspiel entwickelt wurde. Es wird in Innenräumen gespielt, wo ein relativ gleitfähiger Boden vorhanden ist, ganzjährig und unabhängig von Witterungseinflüssen.

Das Bosselspiel besteht aus jeweils drei weiß und drei grün gekenn- zeichneten Bosseln und einem 10 cm³ großen roten Holzwürfel, der sogenannten Daube. Die Bossel ist aus Buchenholz gedrechselt, mit einem stoßdämpfenden weißen oder grünen Gummiring belegt und mit einer Sohle aus Naturborsten versehen. Die Bossel hat ein Gewicht von 4,5 kg.

Bosseln kann man zu zweit oder zu zwei Mannschaften à drei Personen. Das Spielfeld ist 16 Meter lang und 2 Meter breit. Die Wurfbahn, auf der die Bosseln geschoben werden, ist 12 Meter, das anschließende Zielfeld 4 Meter lang. Es wird abwechselnd geworfen. Jeder Spieler versucht möglichst nah an die Daube zu werfen und dabei die gegnerischen Bosseln aus dem Zielfeld zu stoßen oder die Daube in eine für die eigene Mannschaft günstige Lage zu bringen.

Durch das Bosselspielen werden Orientierungs- und Richtungssinn geschult, die Koordinationsfähigkeit des Körpers verfeinert und die Muskeln trainiert. Im Wettkampf wird spielend Gemeinschaftssinn entwickelt und gefördert. Es macht einfach Spaß! In fast allen Landesverbänden des Deutschen Behindertensportverbandes wird diese Sportart in Rundenspielen durchgeführt.

Zu einem Spiel gehören stets 6 Durchgänge, ein Durchgang besteht aus 6 Würfen. Bei jedem Durchgang wechseln die Mannschaften den ersten Wurf. Die Mannschaft, deren Bossel nach dem letzten Wurf der Daube am nächsten steht, erhält 2 Punkte. Zusätzlich wird jede sich noch im Zielfeld befindliche Bossel mit einem Punkt bewertet. Vollständig aus dem Zielfeld hinausgeschossene Bosseln erhalten keine Punkte. Bosseln, die das Zielfeld nicht erreichen oder sich beim Werfen überschlagen, sind ungültig und müssen für diesen Durchgang von der Bahn entfernt werden.

Fotos © 2016 Jens Bodenstein